Die Galerie Angermeier vertritt eine Sammlung fotografischer Zeugnisse herausragender Performance-Kunst der 60er, 70er und 80er Jahre von Giuseppe Casetti.

Die Schwarzweiß-Fotografien dokumentieren die ersten Performance-Aktionen der Avantgarde in Metropolen wie New York, Tokyo, Paris und Rom. Sie stammen aus einer umfassenden Sammlung, die in den 80er und 90er Jahren von Giuseppe Casetti, dem damaligen Besitzer der Galerie Maldoror und engen Freund der Fotokünstlerin Francesca Woodman, aus Zeitungs- und Privatarchiven in Rom und Turin zusammengetragen wurden. Heute sind die Originale im Besitz der Galeria Jaqueline Martins in São Paulo, Brasilien. Seit der Jahrtausendwende wurden Auszüge davon u. a. in der Galerie Il museo del Louvre und L’attico di Fabio Sargentini in Rom, bei Henrique Faria und im MOMA in New York und auf den Kunstmessen Arco in Madrid, ArteBo in Bogotá und der Frieze in London gezeigt.

Die Galerie Angermeier zeigt nun im Original mehrere dieser fotografischen Zeugnisse, die die Zeit zum Stillstehen bringen, das Flüchtige bannen und so eine Retrospektive auf die ephemere Kunstform der Performance Art ermöglichen. Darunter befinden sich Dokumentationen von so eindrücklichen Aktionen wie der 1977 in Bologna stattgefundenen Performance „Imponderabilia“ von Marina Abramović und ihrem Partner Ulay, in der die Künstler als Tür fungieren. Die beiden stehen sich nackt gegenüber. Zwischen ihnen befindet sich nur ein schmaler Spalt, durch den hindurch die Besucher in den Ausstellungsraum gelangen. Sie müssen sich entscheiden, wem der beiden sie sich bei dieser erzwungen intimen Bewegung zuwenden.

Oder der „Sculture viventi“ von dem einflussreichen Wegbereiter der Aktionskunst Piero Manzoni, der frech und höchst subversiv die „Merda d’Artista“ – die Künstlerscheisse in 90 Dosen zu je 30 Gramm verkaufte. In den vorliegenden Fotografien sieht man, wie er lebende Körper signiert und sich so ironisch mit dem Begriff des Kunstwerks auseinandersetzte.

Die Dokumente können zum Teil noch erworben werden.

 

Ausstellung: Close to Action