Der aus dem Allgäu stammende Marcus Schäfer (Jahrgang 1987) entdeckte seine Leidenschaft für die Fotografie während seines Studiums der Medienkommunikation und des Modejournalismus an der Akademie für Mode und Design in München. Seit 2011 arbeitet er als freischaffender Fotograf und erschafft seitdem in seinen Modefotografien bizarr-schöne, surrealistische Welten.

Wunderschön ist sie, bunt-schillernd, bevölkert von anmutigen Wesen und doch irritiert sie ihre Betrachter, denn bei genauerem Hinschauen erkennt man, dass die Grundpfeiler unserer Erfahrung – Raum, Zeit, Kausalität und Logik – einer sanften Erschütterung ausgesetzt sind: Die langen Haare eines androgynen Wesens stehen zu Berge anstatt Newton gemäß nach unten zu hängen, Gesichter erscheinen fragmentiert und irgendwie durcheinander geraten zu sein und schaurig-schöne Fantasiegestalten entziehen sich den Regeln ihrer Körperlichkeit.

Der Opulenz von Schäfers Werken kann man sich kaum entziehen, jedes Bild erzählt eine Geschichte, die den Betrachter in ihren Bann zieht. Und doch lassen sich die Fotografien niemals auf ihren unbezweifelbaren Oberflächenreiz reduzieren. Sie weisen in ihrer Exzentrik über simple Schönheit, Dekor, über das Selbstverständnis als Modefotografien hinaus, eröffnen vielfältige Ebenen der Rezeption.

„Im Zentrum meiner Werke steht eine Kanalisierung der Traumenergie, die innerhalb unserer Gesellschaft existiert. Die Flucht aus der Realität in eine imaginäre Traumwelt“, sagt Marcus Schäfer. Durch seine experimentelle Herangehensweise an die Fotografie kreiert er diese Traumwelten. Marcus Schäfer lebt und arbeitet in London.

 

Ausstellung: Philomena – Göttlich Künstliche Kunst