Jens Utzt wurde am 26.04.1974 in Dorfen geboren. Anfang der Neunziger gründete er zusammen mit Christian Empl die „Fotogruppe Negativ“. Mitte der Neunziger war er für verschiedene Fotografen als Fotoassistent tätig. Seit 2000 arbeitet er als freischaffender Fotograf, u.a. für VOGUE und AD.

Jens Utzts Fotografien und Siebdrucke verstehen sich als Versuchsanordnungen. Gleichzeitig als eigenständige und in sich schlüssige Einzelergebnisse eines umfassenden Versuchs mit ungewissem Ausgang. Objekte, Material, Anordnung, Beschaffenheit – Alltägliches wird im Sinne eines objets trouvés in eine höhere Sphäre, die der Kunst, überführt. Die Methode ist keine konzeptionalistische, sondern eine heuristische im Sinne eines Fortschreitens im Prozess des Schaffens. Von Versuch zu Versuch – Irrtum mit eingeschlossen.

„Sobald ich mein Material gefunden habe, beginne ich, dieses nach vagen oder auch konkreten Vorstellungen zu inszenieren. Während des Prozesses dokumentiere ich alles fotografisch. Es gleicht eher einer Performance mit den Dingen, die auch nur zeitlich begrenzt möglich ist. Es gibt immer ein Hoch, auf das man zuarbeitet, ein kleines Zeitfenster, in dem dann auch das Bild entsteht. Dabei geht es um den Moment, in dem die Dinge etwas Schönes aus sich heraus darstellen: die Magie der Dinge, die ich in Anordnung und Konstellation versuche sichtbar zu machen.“ (Jens Utzt)

Neben dem Nachdenken über die abgebildeten Objekte, ihre Materialität, der Zufälligkeit ihrer Anordnung und dem Reiz, der sich daraus ergibt, steht der Schaffensprozess selbst im Mittelpunkt des künstlerischen Interesses.

„Sachen machen“ – Kreativität und ihr Output, als Zweck, der genau darin das Alltägliche überhöht. Wie im Labor werden einzelne Objekte und Materialien – wie das Holz – untersucht, abgebildet, manchmal kombiniert.

Im größeren – räumlichen – Zusammenhang (Kunstwerke in Kombination mit den Möbeln, der Umgebung des alten Bauernhauses, der Inszenierung der unterschiedlichen Komponenten) ergibt sich eine eigenwillige Installation, eine ars combinatoria in Leibniz’schem Sinne. Es ist das Aufspüren von vermuteten Zusammenhängen zwischen den Dingen, die wiederum etwas Neues, Unvermutetes öffnen.

 

Ausstellung: Bohème und Bauernmöbel