Bohème und Bauernmöbel – 13.09. – 01.11.2013

Alle Kunstwerke sind nach Verfügbarkeit über die Ausstellungsdauer hinaus erhältlich. Preis auf Anfrage.

Zur Eröffnung zeigt der Münchner Fotograf Jens Utzt seine meist großformatigen Werke (Fotografien und Siebdrucke). Utzt, der selbst aus der Gegend stammt, legt hier – anders als in seinen Arbeiten für die Vogue und AD – seinen Fokus auf das Thema Holz bzw. Wald.

Jens Utzts Fotografien und Siebdrucke verstehen sich als Versuchsanordnungen. Gleichzeitig als eigenständige und in sich schlüssige Einzelergebnisse eines umfassenden Versuchs mit ungewissem Ausgang. Objekte, Material, Anordnung, Beschaffenheit – Alltägliches wird im Sinne eines objets trouvés in eine höhere Sphäre, die der Kunst, überführt. Die Methode ist keine konzeptionalistische, sondern eine heuristische im Sinne eines Fortschreitens im Prozess des Schaffens. Von Versuch zu Versuch – Irrtum mit eingeschlossen.

Daneben sind Einzelstücke der Möbelgestalter Thomas KandlerJanni Schnizlein und Florian Vogel zu sehen. Kandlers Stühle und Hocker stehen jeweils ganz für sich, wie auf einer Bühne nehmen sie ihre je eigene Rolle ein. Schnizleins Objekte gewinnen ihrem Material eine ungeahnte Seite ab: Die Schwere des Holzes wird in eine Leichtigkeit überführt, die seine Möbel zum Begleiter des modernen Nomaden werden lässt. Vogel, der sein Handwerk u.a. bei Ingo Maurer lernte, zeigt hier neben seinen Leuchten Unikate des modernen Tischdesigns.

Das Ensemble der Möbelstücke wird vom Bühnenbildner und Stylisten Martin Kinzlmaier in Beziehung zu den Fotografien und Siebdrucken gesetzt. Kinzlmaier gestaltete die Bühnenbilder für Theater und Opernhäuser in München, Berlin, Hamburg und Zürich. Außerdem arbeitet er als Stylist für die Architectural Digest im Condé Nast-Verlag.

Dass die Vernissage auch als Happening konzipiert ist, wird weiter mit dem Auftritt der Vertikaltuchakrobatinnen der Gruppe Aerialistik deutlich. Sie funktionieren den Kirchmoarhof als Arena für ihre Luftartistik um. Auch die Stubn des über 300 Jahre alten Bauernhauses bekommt eine neue Daseinsberechtigung: Tom Angermeier hat einen Großteil der Inneneinrichtung der Fraunhofer Schoppenstube erworben, die Ende Juni schließen musste. Mit dem Segen der ehemaligen Inhaberin Gerti findet sie hier ihre neue, ländliche Heimat. Die Schicksalscombo, musikalische Begleiterin manch feucht-fröhlicher Nächte in der legendären Münchner Kneipe, sorgt auch zur Vernissage für bayerisch-musikalische Untermalung.